Wir rechnen damit: Das Eidgenössische kann stattfinden!

OK-Präsident Carlo Conti im Gespräch mit der EJV-Zentralpräsidentin Karin Niederberger

OK-Präsident Carlo Conti im Gespräch mit der EJV-Zentralpräsidentin Karin Niederberger

Das Organisationskomitee des 31. Eidgenössischen Jodlerfests Basel hat nach der Verschiebung des Grossanlasses um ein Jahr seine Arbeit wieder intensiviert. Die Macher in Basel sind motiviert und optimistisch, dass das Fest vom 25. bis 27. Juni 2021 durchgeführt werden kann. OK-Präsident Carlo Conti im Gespräch.

Interview mit OK-Präsident Carlo Conti, aktualisiert am 2. November 2020

Herr Conti, woher nimmt das OK den Optimismus, dass das Fest stattfinden kann?
Es dauert noch rund acht Monate bis zum Festwochenende. Es gibt keinen Grund, bereits jetzt zu resignieren. Das ganze OK steht hinter dem Anlass und ist bereit, diese Extrameile zu gehen, die durch die Verschiebung nötig geworden ist. Positiv stimmt mich auch, dass die Partner und Sponsoren an Bord geblieben sind, was uns Sicherheit bei der Finanzierung gibt. Und nicht zuletzt denke ich auch, dass die Jodler, Alphornbläser und Fahnenschwinger danach streben, sich mit ihrem Brauchtum auf dieser nationalen Bühne zu präsentieren. Der Leitspruch des EJV lautet: Identität durch lebendiges Brauchtum. Das Brauchtum kann nur lebendig sein, wenn man es auch aktiv zeigt!

Grossanlässe sind derzeit kaum realistisch ...
Wir stehen mit den Behörden in Kontakt. Grossanlässe sind bewilligungspflichtig und auch wir müssen für die Bewilligung ein Schutzkonzept vorlegen. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir nicht abschätzen, wie die Vorgaben im Sommer sein werden und was das für unser Schutzkonzept bedeutet. Es gibt viele Faktoren, die heute niemand voraussehen kann: Wie entwickelt sich das Virus, mutiert es zum Guten? Gibt es eine Schutzimpfung oder wirksame Medikamente? Sinken die Zahlen im Sommer wieder saisonbedingt wie in diesem Jahr?

Aber ein Jodlerfest mit Masken ist doch undenkbar?
Ich persönlich kann mir das nicht vorstellen. Ein Jodlerfest soll verbindend sein und nicht trennend. Wir haben in Basel grosse Vortragslokale, dort wären Abstände bei den Sitzplätzen und Besucher mit Masken noch denkbar. Aber ein Festumzug oder ein Jodlerdorf mit Masken? Da käme wohl keine Stimmung auf. Wir hoffen, dass wir Glück haben und dass das Jodlerfest dann einer der ersten Grossanlässe sein wird, das nach der langen Zeit des Ausharrens wieder ohne Masken durchgeführt werden kann. Wir spüren in Basel, dass sich die Leute nach einem grossen Fest in der Stadt sehnen.

Im Januar 2021 können die Aktiven ihre Anmeldung aus dem Vorjahr anpassen. Was empfehlen Sie den Aktiven, die unsicher sind?
Auf jeden Fall soll man sich nicht abmelden. Wir haben derzeit 10'000 angemeldete Aktive. Diese Zahl ist wichtig für die Planung und ein wichtiges Signal der Jodler-, Alphornbläser- und Fahnenschwingerfamilie nach aussen. Ein Risiko für die Aktiven, Geld zu verlieren, besteht aus meiner Sicht nicht. Festkarten werden erst zu einem späteren Zeitpunkt verrechnet, gleiches gilt für Unterkünfte, die von den Aktiven über Basel Tourismus gebucht wurden. Im April sollte man dann abschätzen können, in welcher Form das Fest stattfinden kann.

Es geht also auch um Solidarität?
Genau. Es ist ein Zeichen der Jodler an Partner und Sponsoren, dass man hinter dem Anlass steht und alles daran setzt, dass der Anlass Ende Juni in Basel ein grosser Erfolg wird. Es ist auch ein Vertrauensbeweis an das Basler Organisationskomitee, das bereits unzählige Stunden Arbeit für das Fest geleistet hat. Solidarität der ganzen Jodlerfamilie ist wichtig im Hinblick auf weitere Jodlerfeste, die in Zukunft immer mehr von Sponsoren und Partnern abhängig sein werden.

Das Eidgenössische Musikfest, das im nächsten Mai hätte stattfinden sollen, wurde bereits abgesagt. Was ist beim Jodlerfest anders?
Ich kann nicht für die Blasmusiker sprechen. Aber für die Durchführung eines Eidgenössischen ist die Finanzierung durch Sponsoren ein wichtiger Punkt. Wer derzeit für einen Anlass Sponsoren sucht, hat kaum Chancen, fündig zu werden. Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir unser Sponsorenziel bereits vor Ausbruch der Pandemie erreicht hatten und bis auf eine Ausnahme alle Sponsoren uns ihre Zusage für 2021 gegeben haben.

Das OK hat ein Jahr mehr Zeit für die Organisation. Gibt es dadurch Anpassungen?
Die Planung war zum Zeitpunkt des Verschiebungsentscheides im April sehr weit vorgeschritten. Viele Arbeiten wurden gemacht, einige müssen nochmals oder zumindest teilweise neu gemacht werden. Es entstehen aber auch Chancen. Wir haben die Möglichkeit, gewisse Punkte zu optimieren. Es gibt zum Beispiel vorteilhafte Änderungen bei den Vortragslokalen. Wir dürfen neu das renovierte Stadtcasino mit 1500 Plätzen nutzen und wohl auch einen Teil des Theaters Basel. Das heisst, das Festgelände und die Lokale rücken noch näher zusammen. Verbesserungen gibt es auch im Bereich der Festwirtschaft und beim grossen Festakt, für welchen wir nun mehr Zeit für Proben haben. Dieser wird einmalig werden.

Gibt es durch die Verschiebung auch Punkte, welche das OK zusätzlich fordert?
Arbeiten oder Produkte, die nochmals gemacht resp. hergestellt werden müssen verursachen Mehrkosten. Wir hoffen da auf die Unterstützung aus dem Covid-Kulturtopf. Zudem wollen wir einen Donatorenklub initiieren, in dem Persönlichkeiten aus Basel das Projekt mit einem namhaften Betrag unterstützen. Das Wichtigste ist jedoch, dass die Aktiven das Eidgenössische in Basel mit ihrer Teilnahmebekundung weiterhin unterstützen.