Glossar Jodeln, Alphornblasen und Fahnenschwingen
Hier finden Sie allerlei Wissenswertes rund um das Jodeln, Alphornblasen und Fahnenschwingen, wie es die Mitglieder des Eidgenössischen Joderverbandes (EJV) pfegen.
Jodeln
Allgemein versteht man unter Jodeln einen Silbengesang ohne Worte, bei dem die Melodie zwischen Brust- und Kopfstimme wechselt. Dieser Wechsel wird als Kehlkopfschlag bezeichnet. Obwohl es in verschiedenen Ländern Arten von Jodeln gibt, wird das Jodeln meist den Schweizern zugesprochen. Es gibt auch in der Schweiz je nach Region unterschiedliche Jodelarten.
Alphornblasen
Natur- und Kuhhörner gehören zu den ältesten Blasinstrumenten überhaupt. Sie hatten ihre Funktion ursprünglich in der Signalgebung. Das heutige Alphorn, wie es in der Schweiz gespielt wird, ist ein rund 3,4 Meter langes Holzrohr. Es verläuft von unten nach oben konisch (verjüngend in Richtung Mundstück). Es können ausschliesslich Töne innerhalb der Naturtonreihen gespielt werden. Alphörner haben je nach Länge eine andere Grundstimmung. Es gibt Einzelbläser und Gruppen. Ebenso sind Büchel an den Bewertungsvorträgen zu hören.
Fahnenschwingen
Das Fahnenschwingen hat eine lange Tradition. Neuesten Erkenntnissen zufolge waren es hierzulande die Älpler aus den Zentralschweizer Kantonen, welche schon vor dem 16. Jahrhundert kurzstielige Fahnen (Fahnengrösse 120 x 120 cm) schwangen. Seit 1922 sind die Fahnenschwinger Teil des Eidgenössischen Jodlerverbandes. Bei einem Wettvortrag stehen den Aktiven zahlreiche Schwünge zur Verfügung, die während drei Minuten beidhändig in einer Choreografie gezeigt werden. Die Juroren können nach verschiedenen Kriterien Punktabzüge machen, z. B. wenn der Kreis, in dem der Akteur steht, übertreten wird. Es gibt Einzel- und Duettdarbietungen.
Jodellied
Das Jodellied macht den Grossteil der Literatur dieses Genres aus. Es besteht in der Regel aus drei Strophen mit Texten, die meist eine Geschichte erzählen oder eine Landschaft beschreiben. Jeder Strophe folgt ein Jodelteil.
Naturjodel
Der Naturjodel (auch Naturjutz) ist eine Vortragsart, die nur aus Melodien mit Jodelsilben ohne Liedtexte besteht. Viele Naturjodel sind traditionell aus dem Stegreif heraus entstanden, indem die Jodler als Solisten die Stimmführung übernehmen und der Chor innerhalb der Akkorde Begleitstimmen in der Tenor- und Basslage übernimmt. Heutzutage werden immer häufiger Naturjodel komponiert und nach Noten einstudiert. Es gibt regional unterschiedliche Bezeichnungen wie z. B. «Zäuerli» oder «Rugguserli» in den beiden Appenzeller Halbkantonen.
Jodlerklub
Ein Jodlerklub ist ein Chor, der aus rund 20 überwiegend männlichen Sängern besteht. Darunter gibt es meist zwei bis vier Solisten, die den Kehlkopfschlag beherrschen und die eigentlichen Jodlerinnen und Jodler sind. Vielerorts sind es zwei bis vier Jodlerinnen, welche aufgrund der Stimmlage den solistischen Jodelpart übernehmen. Diese werden durch die Chorsänger mit Tenor- und Bassstimmen begleitet. Lieder werden nach Noten einstudiert, jedoch ohne Notenblätter und Dirigenten vorgetragen. Es gibt auch gemischte Jodelchöre sowie reine Frauenjodelchöre.
Kleinformationen: Duett, Terzett, Quartett
Es gibt zahlreiche Kompositionen für lediglich zwei Jodlerinnen oder Jodler, sogenannte Duette. Diese haben durch die wohlklingende zweistimmige Singweise einen sehr besonderen Charme und sind sehr beliebt. Vorträge erfolgen meist mit Akkordeonbegleitung. Gleiches gilt für Terzette und Quartette, vereinzelt sind auch Quintette, Sextette oder Oktette zu hören.
Solojodler
Es gibt auch Jodlerinnen und Jodler, welche solistisch auftreten. Dies ist die wohl anspruchsvollste Art eines Vortrages. Auch Solojodlerinnen und -jodler werden häufig von einem Akkordeon begleitet.