Wie das Jodeln nach Basel kam

Das 1. Frauen-Jodel-Chörli Basel gehörte bereits in den 1940er-Jahren zu den festen Grössen der Basler Jodlerszene, wie das Bild von 1949 am Eidgenössischen in Bern zeigt.

Das 1. Frauen-Jodel-Chörli Basel gehörte bereits in den 1940er-Jahren zu den festen Grössen der Basler Jodlerszene, wie das Bild von 1949 am Eidgenössischen in Bern zeigt.

Foto: Photo-Menzi Lausanne

Die Frage, wie die Berge in die Schweiz kamen, beantwortet der Schriftsteller Franz Hohler in einer grotesken Geschichte seines Buches «Der Riese». So sei es seinerzeit eine Frage des gemeinsamen Glaubens der Schweizer und Holländer gewesen, der die Berge zu uns versetzte. Sehr viel sachlicher lässt sich die Frage beantworten, wie das Jodeln einst nach Basel kam.

Schon immer konnten Städte und deren Agglomerationen mehr Arbeitsplätze bieten, als ländliche Gegenden. Viele einfache Büezer kamen deshalb zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Basel auf der Suche nach Glück und Arbeit. Um ihr Heimweh zu stillen, versammelten sie sich in der Freizeit und sangen die Lieder ihrer Herkunft. Daraus folgte auch die Gründung von Chören und Jodlerklubs. Zu den ersten zählen das Jodler-Doppelquartett des Bürger-Turn-Vereins Basel und das Jodler-Doppelquartett Klein-Basel, welche 1924 das erste Eidgenössische in Basel durchführten.

Nicht selten bildeten sich in den Städten auch Jodlerklubs durch Berufsgruppen im Umfeld der Firmen. So gab es eins den Jodlerklub des Zugpersonals SBB Basel. Der Basler Senf und Saucen-Hersteller Thomi + Franck AG hatte einen Jodlerklub ebenso wie einst der heutige Coop mit dem Sennechörli ACV oder die Basler Verkehrs-Betriebe BVB. Diese Firmenklubs gibt es heute nicht mehr. Eine Ausnahme sind die jodelnden Trämler, die zwar nicht mehr aktiv im Verband sind, sich aber noch immer regelmässig treffen.

In den besten Zeiten gab es in der Stadt Basel rund 20 Jodlerklubs. Veränderungen im Freizeitverhalten und kultureller Wandel und führten dazu, dass die Zahl der Jodlerklubs in Basel in den letzten Jahren stark zurückging. Eine Entwicklung, die sich auch bei anderen Laienchören, Musikvereinen oder Fasnachtscliquen bemerkbar macht. Heute sind im Nordwestschweizerischen Jodlerverband noch fünf Jodlergruppen im Kantonsgebiet von Basel-Stadt registriert. Es sind dies die Jodlerklubs Echo Basel, Alphüttli Basel, die Stadt-Jodler Basel-Riehen sowie das 1. Frauen-Jodel-Chörli Basel und das Heimet-Chörli Basel.

Da Basel aber nicht nur eine Stadt ist, sondern eine grössere Region, sieht es im Umland in Sachen Jodelgesang etwas besser aus. So gibt es im Kanton Basel-Landschaft und im angrenzenden Aargauer Fricktal sowie dem solothurnischen Schwarzbubenland doch noch eine stattliche Anzahl Vereine, die in ihren Dörfern einen wichtigen kulturellen Platz einnehmen.

Die verhältnismässig kleine Zahl der aktiven Jodlerinnen und Jodler in der Stadt tut jedoch der Vorfreude in der Bevölkerung keinen Abbruch. Denn in Basel geniesst die Volkskultur trotz einer hohen Dichte an verschiedenen Kunstformen einen wichtigen Stellenwert. Die Besucherinnen und Besucher werden sich davon am 31. Eidgenössischen Jodlerfest in Basel überzeugen können. 

Dani Buser
Präsident Trägerverein Eidgenössisches Jodlerfest Basel